Rote Liste der Libellen Deutschlands

Ende 2015 wurde die neue Rote Liste veröffentlicht

Eine Gemeinschaftsarbeit der GdO und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Welche Art ist nach dem vorläufigen Stand Gewinner, welche Art ist Verlierer?

 

Hallo meine lieben Libellen-Freunde, 

die Libellenkundler Jürgen Ott, Klaus-Jürgen Conze, André Günther, Mathias Lohr, Rüdiger Mauersberger, Hanns-Jürgen Roland & Frank Suhling (Mitglieder der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen) und das Bundesamt für Naturschutz haben in jahrelanger Arbeit die Rote Liste der Libellen Deutschlands überarbeitet (erschienen in Libellula, Supplement 14, Atlas der Libellen Deutschlands, GdO e.V. 2015, ISSN 0723-6514).. So wurden von mir umgehend die Artsteckbriefe auf LibellenWissen.de mit den neuen Gefährdungskategorien versehen. 

Wie die meisten von euch wissen, sind für Deutschland 81 Libellenarten aufgeführt, wovon 2 Arten leider als ausgestorben eingestuft werden mussten. Als ausgestorben gelten Arten, welche länger als 20 Jahre nicht mehr nachgewiesen wurden. Es handelt sich dabei um Onychogomphus uncatus (letzter Nachweis 1991) und Coenagrion hylas (1967).

Von den aktuell vorkommenden 79 Arten werden 30 Arten in einer Gefährdungskategorie und 5 Arten in der Vorwarnliste geführt. Gegenüber der RL von 1998 haben sich die Bestände vieler Arten deutlich erholt und konnten somit entweder von der Roten Liste gestrichen werden oder der Status in eine geringere Gefährdungsklasse eingestuft werden. Leider gibt es auch Arten, deren Bestände weiterhin geschmolzen sind und so als noch gefährdeter eingestuft wurden als 1998. Ein trauriges Beispiel ist die Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum), die von RL 2 (stark gefährdet) nun in die Gefährdungskategorie RL 1 eingestuft (vom Aussterben bedroht) wurde. Gewinner sind vor allem die südlichen, wärmeliebenden Arten (Feuerlibelle, Südliche Heidelibelle, Frühe Heidelibelle, Südliche Mosaikjungfer, Südlicher Blaupfeil usw.), welche sich größtenteils erst innerhalb der vergangenen 20 Jahre in Deutschland etabliert haben. 

Ganz allgemein ist ein positiver Trend zu erkennen, da 1998 noch rund 2/3 aller Arten auf der Roten Liste standen und in der in 2015 von den oben benannten Fachleuten der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen vorgeschlagenen Liste nur noch knapp die Hälfte aller heimischen Arten. Verantwortlich für die erfreuliche Entwicklung sind unterschiedliche Faktoren, die da wären: erfolgreiche Artenschutz- und Biotoppflegemaßnahmen, Klimaveränderungen und zu guter Letzt, du und ich. Mit anderen Worten, die in den letzten Jahren immer mehr werdenden naturbegeisterten, libellen-verrückten ehrenamtlichen Datensammler(innen), bzw. Melder(innen). So konnten viel umfassendere Verbreitungskarten erstellt werden als noch 1998. Rund 3000 Libellen-Freunde plus diverse Vereine, Verbände und Behörden trugen zu einem viel größeren Kenntnisstand über die Libellenfauna Deutschlands bei, als das vor knapp 20 Jahren möglich war.

Ob es gut ist zuvor bedrohte Arten wie z.B. die Grüne Flussjungfer oder den Zweifleck als nicht gefährdet einzustufen vermag ich nicht zu beurteilen. Da mir die Kollegen persönlich bekannt sind, welche sich der neuen Rote Liste widmeten, gehe ich davon aus, dass sie sich mit besten Wissen und Gewissen für de entsprechenden Einstufungen der Libellen Deutschlands entschieden haben. Vielen Dank an dieser Stelle an alle fleißigen Melder und Bearbeiter!

Hier als pdf die vorläufige neue Rote Liste Libellen 2015 mit dem Vergleich zur alten 1998er Version. Die pdf Datei habe ich selbst auf die Schnelle erstellt und übernehme für eventuelle Fehler keine Gewähr. Ich bin für jeden Korrekturhinweis dankbar!

Herzliche Grüße euer Andreas

Nachtrag am 1.8.2016 – Herzlichen Dank an Matthias Dumjahn, für den Hinweis auf den Fehler bei Sympetrum pedemonatum eine Verbesserung der Bestandssituation dargestellt zu haben, obwohl tatsächlich eine Verschlehterung eintrat. Der Fehler wurde sofort korrigiert!

Quellnachweis: Rote Liste der Libellen Deutschlands 2015, J. Ott, K.-J. Conze, A. Günther, M. Lohr, R. Mauersberger, H.-J. Roland & F. Suhling, erschienen in Libellula, Supplement 14, Atlas der Libellen Deutschlands, GdO e.V. 2015, ISSN 0723-6514

Die Gemeine Binsenjungfer ist Libelle des Jahres 2016

Lestes sponsa Bestände schrumpfen

Gemeinsam haben der BUND und die GdO die Libelle des Jahres 2016 gewählt.

Hallo meine lieben Natur- und Libellen-Freunde,

nunmehr zum 6. Mal seit 2011, wurde vom Fachverband der Libellenkundler Deutschlands (Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen e.V.), kurz GdO e.V. und vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., kurz BUND, eine Libellenart gewählt, die stellvertretend nicht nur für die ohnehin gefährdete Tiergruppe Libellen – Odonata, sondern auch als Beispiel für die Bedrohung unserer gesamten Natur steht, insbesondere auf den Artenschwund somit auf den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt aufmerksam machen soll. Leider stehen aktuell 30 der 81 heimischen Libellenarten auf der Roten Liste und 5 Arten auf der Vorwahnliste (Neuauflage der Roten Liste erscheint demnächst). Die Gemeine Binsenjungfer gilt bundesweit zwar noch nicht als gefährdet, ist aber in den letzten Jahren vielerorts stark rückläufig. Weiterlesen

Veranstaltungstipp – Naturkundemuseum Berlin und mehr

Achtung liebe Libellen-Freunde,

die Entomologische Gesellschaft, ORION-Berlin lädt ein:

Am 12. Januar 2016 hält Michael Laaß (Universität Duisburg-Essen) im Naturkundemuseum Berlin einen äußerst interessanten Vortrag:

„Die Libellen – ein evolutionäres Erfolgsmodell

Die Libellen (Odonata) zählen zu den sogenannten „lebenden Fossilien“, denn ihr Grundbauplan hat sich seit einem erdgeschichtlich sehr langen Zeitraum kaum verändert. Zu den karbonzeitlichen Vorläufern der Libellen, welche als Protodonata zusammengefasst werden, zählen u.a. auch die spektakulären Riesenlibellen (Meganeuridae) mit bis zu 72 cm Flügelspannweite.
Neue Fossilfunde deuten nun darauf hin, dass nicht nur der Bauplan der Libellen über hunderte von Millionen Jahren nahezu unverändert überdauert hat, sondern auch ihr Fortpflanzungs- und Eiablageverhalten.“  Weiterlesen

Libellen-Tour durch die Südwest-Türkei

Reisebericht: Urlaub bei den Libellen in der Provinz Mugla

Entspannung pur, 14 Tage von morgens bis abends in der Natur und Libellen fotografieren

Hallo meine lieben Libellen-Freundinnen und -Freunde,

vom 14. Mai 2015 bis 28. Mai 2015 verbrachten meine liebe Lebensgefährtin, Sylvia und ich, 2 Wochen in der

Türkei eine unfassbar schöne Zeit in Dalyan, in der türkischen Provinz Mugla. Inspiriert durch die wundervollen Fotos der dort vorkommenden Libellenarten Weiterlesen

Die Libellensaison 2015 ist eröffnet

Beginn der Emergenz im Jahr 2015. Es ist soweit!

Hallo liebe Libellen-Freundinnen und -Freunde,

wie in jedem Jahr findet ihr hier im LibellenWissen-Blog aktuelle Informationen zum Verlauf der sich bereits auf den Flügeln befindenden Libellenarten. Um halbwegs aktuell sein zu können, benötige ich natürlich erneut eure Unterstützung. Bitte meldet mir per Mail die Libellenarten, welche ihr in diesem Jahr 2015 schon beobachten konntet. Schaut bitte Weiterlesen

mobile Libellenwissen.de Version

Macht Libellenwissen.de mobil!

 

Liebe Libellen-Freundinnen und –Freunde,

(Berlin, 10. April 2015: Geschafft, die Aktion ist beendet! Herzlichen Dank!)

seit Jahren versuche ich mit der Homepage „libellenwissen.de“ kostenlos Wissen über Libellen zu vermitteln. Die dafür notwendige Literatur und die regelmäßigen Kosten, die eine solche Webseite verursacht zahle ich von Beginn an nahezu vollständig aus meiner eigenen Tasche. Kein Problem bisher, Weiterlesen